Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung von Juden in Ichenhausen datiert aus dem Jahr 1541. Seit Ende des 16. Jahrhunderts existierte wohl eine jüdische Gemeinde. Die ehemalige Synagoge Ichenhausen, 1781 im klassizistischen Stil errichtet, erhielt ihr jetziges Aussehen durch eine umfangreiche Sanierung und Restaurierung von 1985 bis 1987.
1938 wurde die Synagoge von Nationalsozialisten geschändet und demoliert. Heute dient sie als "Haus der Begegnung". Integriert ist die Dauerausstellung "Juden auf dem Lande - Beispiel Ichenhausen". Darin wird die Geschichte der ehemals größten jüdischen Landgemeinde in Bayern von den Anfängen bis zu ihrer Vernichtung durch das NS-Regime nachgezeichnet. Im Keller der ehemaligen Synagoge ist ein Ritualbad (Mikwe) zu besichtigen.
Publikationen Katalog "Juden auf dem Lande - Beispiel Ichenhausen", hg. vom Haus der Bayerischen Geschichte, München 1991.
Falk Wiesemann, Torawimpel aus Ichenhausen, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 87 (1994) S. 131-141
Georg Kreuzer, Zur gescheiterten Konversion des Bernhard Hochstädter (1801-1862), Adstant (Gehilfe) an der deutsch-israelischen Schule in Ichenhausen, in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 36 (2002) S. 192-208.
Peter Schwenk, Eine bisher unbekannte Mikwe in Ichenhausen, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 97 (2004) S. 315-344