Geschichte Zur Finanzierung des Wiederaufbaus nach dem 30jährigen Krieg gewährte der Ortsherr Philipp Bernhard Reichlin von Meldegg 1670 fünf jüdischen Familien Einlass. Bis 1833 vergrößerte sich die Zahl der jüdischen Einwohner auf ca. 500 Personen (70% der Einwohner). Größe und Bedeutung der jüdischen Gemeinde von Fellheim verdeutlichen die 1789 erbaute Synagoge und die 1836 eingeweihte Schule.
Im Zuge der Industrialisierung reduzierte sich die Zahl der jüdischen Bewohner in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kontinuierlich, 1933 lebten nur noch 27 jüdische Bürger in Fellheim. Von ihnen schafften es bis 1940 noch 13 Personen, Deutschland zu verlassen; 14 jüdische Bewohner wurden 1942 deportiert und kamen im Konzentrationslager Theresienstadt bzw. im Arbeitslager Piaski um. Von den jüdischen Fellheimern erlangte die Familie Rosenthal über ihre Buchantiquariate Weltruhm.
Wilhelm Rapp, Geschichte des Dorfes Fellheim, Bd.1, Fellheim 1960, S. 127-142 u. 204-239.
Lebenserinnerungen des jüdischen Hausierhändlers Isaak Thannhauser von 1778 bis 1802, in: Monika Richarz (Hg.), Jüdisches Leben in Deutschland. Selbstzeugnisse zur Sozialgeschichte 1780-1871, Stuttgart 1976, S. 100-114.
Fellheim an der Iller. Eine bebilderte Führung durch den ehemals jüdischen Ortskern Fellheims, hg. durch den AK Geschichte, Brauchtum und Chronik und der Gemeinde Fellheim, Fellheim 2007. Im Anhang der Broschüre befindet sich eine DVD mit Zeitzeugenberichten und TV-Dokumenten.