Geschichte Die Existenz von Juden ist in Buttenwiesen seit 1571 nachweisbar. Nachdem die erste Synagoge aus dem 17. Jahrhundert bei einem Wohnhausbrand stark beschädigt wurde, entstand 1856/57 ein Neubau im neomaurischen Stil. Das Innere des Gebäudes und die Ritualien wurden im November 1938 von den Nationalsozialisten zerstört, die israelitische Kultusgemeinde 1942 ausgelöscht.
Die ehem. Synagoge wurde 1950/51 umgebaut. Dabei wurden starke Veränderungen an der Außenfassade vorgenommen, so dass das Gebäude nicht mehr als Synagoge zu erkennen war. Bei der Renovierung 1988 wurden die Türen und Fenster der Synagoge durch Markierungen im Außenputz wieder angedeutet.
Das Gebäude wurde von 1953 bis 1994 als Volksschule genutzt, heute steht es zum größten Teil leer. In einem Raum feiert die evangelische Kirchengemeinde Gottesdienste. Die Gemeinde Buttenwiesen ist bestrebt, ein sinnvolles Nutzungskonzept unter Berücksichtigung der Verantwortung für die jüdische Vergangenheit zu entwickeln.
Publikationen Israel Lammfromm, Chronik der Markt=Gemeinde Buttenwiesen, Buttenwiesen 1911
Franz Xaver Neuner, Die Juden in Buttenwiesen, in: Nordschwaben. Zeitschrift für Landschaft, Geschichte, Kultur und Zeitgeschehen, Nr. 3, 1981, S. 128–132
Franz Xaver Neuner, Das jüdische Begräbnis in Buttenwiesen, in: Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen a.d. Donau 98 (1996), S. 359–384
Sabine Ullmann, Nachbarschaft und Konkurrenz. Juden und Christen in den Dörfern der Markgrafschaft Burgau 1650 bis 1750 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 151), Göttingen 1999
Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. 1, hg. von Wolfgang Kraus / Berndt Hamm, Lindenberg 2007, S. 423–430 (Ortsartikel Buttenwiesen)
Johannes Mordstein, Ein neomaurischer „Charakterbau“: Die Geschichte der Synagoge in Buttenwiesen, in: Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen a.d. Donau 108 (2007), S. 139–160.