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Vortrag und Lesung mit Dr. Jürgen Zarusky, Marjan Abramovitsch und Wolf Euba
Der russisch-jüdische Schriftsteller Wassili Grossman (1905-1964), dessen in der ehemaligen Sowjetunion unterdrückter Stalingrad-Roman „Leben und Schicksal“ heute Weltruhm genießt, kam im Herbst 1943 als Kriegsreporter mit der Roten Armee in die östliche Ukraine, wo er eine „Ukraine ohne Juden“ vorfand. Dies veranlasste ihn zu seiner gleichnamigen Reportage. Grossmans dokumentarischer Essay gehört zu den ersten Augenzeugenberichten der Shoa. Der Historiker Dr. Jürgen Zarusky vom Institut für Zeitgeschichte in München hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen „sowjetischen Schriftsteller mit jüdischen Schicksal“ dem Vergessen zu entreißen. Er hat Grossmans Essay „Ukraine ohne Juden“ ins Deutsche übersetzt und mehrere Aufsätze über den Autor publiziert. Im Rahmen seines Vortrages wird Dr. Zarusky Grossmans Biographie vorstellen und die historischen Umstände erläutern, unter denen die Reportage entstanden ist.
Der kurze Essay wird vorab, ab 19 Uhr durch Marjan Ambramovitsch in russischer Sprache vorgetragen. Um 19:30 Uhr beginnt der Vortrag von Dr. Jürgen Zarusky, der mit einer Lesung des Essays in deutscher Sprache durch den bekannten Rundfunksprecher Wolf Euba aus München abgeschlossen wird.
Nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 ermordeten die deutschen Besatzer dort über 1.000.000 Juden. Ein Siedlungsschwerpunkt der jüdischen Bevölkerung lag in den Gebieten der heutigen Ukraine. Viele Mitglieder der Jüdischen Kultusgemeinde Augsburg stammen aus der Ukraine und sind somit Nachkommen derjenigen Juden, die die Massenerschießungen durch SS-Einsatzkommandos zwischen 1941 und 1943 überlebt haben.
Das Jüdische Kulturmuseum Augsburg-Schwaben versteht es als Teil seines Auftrags, auch über die Geschichte der russisch-jüdischen Zuwanderer zu informieren. Deswegen ist es uns ein Anliegen, auch dieses, bislang viel zu wenig bekannte Kapitel der jüdischen Geschichte ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
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